Das Piercing

Körperschmuck – So alt wie der Mensch!
Modetrend oder mehr?
Schmuck ist so alt, wie die Menschheit. Wer sich wann, warum und mit was schmückt oder schmücken lässt, hat die unterschiedlichsten Motive und Ursprünge.
In den 90ern könnte man meinen, Piercen sei schlechthin nur ein Modetrend, der durch die Punks in den westlichen Breitengraden unserer Erde Einzug nahm und Mitte der 90er gesellschaftsfähige Formen angenommen hat. Piercing jedoch hat Ursprünge und Kultur.
Wann begann der Mensch sich zu schmücken?
- Man weiss es nicht genau! Wahrscheinlich ist es sogar unmöglich konkrete Aussagen zu machen, wann die Idee des „Sich Schmückens“ gebohren wurde und aus welchen Gründen der Mensch began sich zu schmücken. Die Wurzeln sind bei den Naturvölkern zu schlagen, bei denen Körperschmuck Kulutr und Tradition hat. Aber auch Magie wird Schmuck, an gewissen Körperstellen getragen, zugesprochen. Bei Kulturen in Australien und der Südsee soll z. B. der Nasenstift den Träger/die Trägerin vor bösen Geistern schützen. Afrikanische Völker tragen Lippenteller – bei uns als Lippenpiercing oder Labret bekannt – um somit eine Verbindung zu einem verehrtem Totemtier herzustellen. Seeleute stachen sich bei jeder Ueberquerung des Aequators einen weiteren Ohrring.
Die Ohrringe der Appenzeller gelten als Amulette.
Das Zungenstechender Mayas galt als Kulthandlung zur Ehrerbietung. Die Punks wollten abschrecken und auffallen, um sich von der Gesellschaft auszugrenzen.
Körperschmuck wird überall getragen. Sei es um seinen Stand in einer gewissen Gesellschaft zu verdeutlichen, seinen Adel zu bekunden oder den Uebergang zum Erwachsenwerden zu rîtualisieren oder einfach nur der Aesthetik wegen.
Jedenfalls wäre es schade, Körperschmuck nur als Trend abzutun, da es sich um sehr viel mehr als nur einen Modetrend handelt. Körperschmuck hat jahrtausendalte Geschichte und Tradition – so, wie der Mensch selbst.

Piercing – zu Risiken und Nebenwirkungen …
… fragt Ihr am besten eine/n erfahrene/n Piercer/in und auf keinen Fall Fr. Dr. Sommer oder sonstige Medientanten, weil die leider überhaupt keine Ahnung haben und trotzdem überall ihren Senf dazugeben.
Du hast Dich entschieden, Dich piercen zu piercen lassen: In professionellen Studios wird steril gearbeitet. Du solltest zunächst einmal darauf achten, dass Du vom Piercer ordentlich über den vorzunehmenden Eingriff aufgeklärt wirst und Du auf Fragen befriedigende Antworten erhälst.
Während des Eingriffes solltest Du genau über die einzelnen Arbeitsabläufe informiert werden. Der Raum in dem gepierct wird, muss hygienisch sein, der Schmuck und die Instrumente müssen steril verpackt sein. Handschuhe, Nadeln, Tupfer ect. müssen Einwegmaterial sein. Scheut Euch nicht, nach Hygiene und Sterilität zu fragen. In einem ordentlichen Studio werdet Ihr verantwortungsbewusst aufgeklärt.
Für den Ersteinsatz wird in den meisten Studios Titan, Gold, Niobium oder PTFE verwendet. Bis vor kurzem wurde auch chirurgischer Edelstahl vom Typus 316 L eingesetzt. Dieser Stahl weist allerdings einen Nickelanteil in Höhe von 11 – 16 % auf. Piercingstudios haben sich an die Gebrauchsgegenständeverordnung zu halten, die besagt, dass Schmuck, der beim Ersteinsatz verwendet wird, einen nicht höheren Nickelanteil als 0,05 % aufweisen darf, womit wiederum der chirurgische Edelstahl vom Typ 316 L aus dem Rennen ist. Dieser kann schwere Nickelallergien hervorrufen und u.U. auch die Abheilung beeinträchtigen.

You dit it! nach
Okay, Du hasts hinter Dir, sagst höchstwahrscheinlich war alles halb so wild und frägst Dich vor was Du eigentlich so Panik hattest. Der Stich ist getan, der Schmuck wurde eingesetzt. 50 % der Arbeit ist vollbracht. Die anderen 50 % musst Du bewerkstelligen. Du solltest Dir darüber im klarem sein, dass ein frisches Piercing noch nicht mit dem Stich und dem Einsetzen vom Schmuck gemacht ist. Es ist eine Wunde, die erst einmal in aller Ruhe abheilen muss. Wurdest Du ordentlich von Deinem Piercingstudio aufgeklärt, weisst Du genau, was Du in den nächsten Wochen beachten musst und bist über Reinigung und Desinfektion aufgeklärt.
Es ist sehr wichtig, die Pflegeanleitung Deines Piercingstudios zu beachten, da dadurch eine optimale Wundheilung gewährleistet wird.
Entzündungen stellen sich schnell ein, vor allem in den ersten Wochen nach dem Piercen. Sei es ein Staub- oder Sandkorn, ein Tier- oder Menschenhaar oder einmal mit schmuddeligen Fingern drankommen, Entzündungen kommen ruckzuck und sollten sinnvollerweise sofort im Keim erstickt werden.
Bemerkst Du eine Entzündung (Errötungen, vor allem bei den Einstichstellen, Druckschmerz, leichtes Brennen und Anschwellen), gehe in das Piercingstudio, welches den Eingriff vorgenommen hat. Nimm auf gar keinen Fall den Schmuck einfach nur raus. Die Wunde würde sich verschliessen, die Entzündung im Körper bleiben und kann so auch nicht mehr raus. Dein Piercer wird sich mit bestem Wissen und Gewissen um Dein Piercing kümmern und Dich im schlimmsten Fall an einen Arzt verweisen.

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