Das Tattoo

Wo kommt der Name Tattoo her?

TAT|TOO [te´tu:] der od. das; -s, -s;|Tätowierung
tä|to|wie|ren : Muster od. Zeichnung mit Farbstoffen in die Haut einritzen. Tä|to|wie|rung die; -, -en: 1. das Tätowieren, 2. auf die Haut tätowierte Zeichnung. Untereinander schreiben, so ist es verwirrend und nicht übersichtlich

Was meint die Bibel dazu?

Ihr sollt um eines Toten willen an eurem Leibe keine Einschnitte machen noch euch Zeichen einätzen; ich bin der Herr.
( 1. Übersetzung aus dem 3. Buch Moses, 19.28 )
Und ihr sollt euch wegen einer verstorbenen Seele nicht Einschnitte in euer Fleisch machen, und ihr sollt kein Tätowierungszeichen an euch anbringen; ich bin der Herr.
( 2. Übersetzung aus dem 3. Buch Moses, 19.28

Warum will ich ein Tattoo?

Die Gründe sich tätowieren zu lassen sind vielfältig. Es ist derzeit natürlich chic und in Mode, ein „cooles“ Tattoo zu tragen. Man will „dazu“ gehören oder man will umgekehrt durch ein Tattoo seine demonstrative Nichtzugehörigkeit zu einer Personengruppe zur Schau stellen. In anderen Kulturen kommt der Tätowierung auch der rituelle Charakter eines Schrittes auf dem Weg des Erwachsenwerdens hinzu. Tätowierungen sind ein sehr sinnlicher Körperschmuck, der sehr intensiv die Gefühle und das Empfinden seines Trägers ausdrücken und den menschlichen Körper sehr vorteilhaft betonen kann. Auch eine gewisse erotische Wirkung auf den Partner bzw. sich selbst ist bei Tattoos nicht zu leugnen. Jedoch muß man sich dessen bewußt sein, daß die Entscheidung für ein Tattoo eine lebenslange ist. Der Schritt, sich ein Tattoo stechen zu lassen, sollte wohl überlegt sein. Ein Tattoo ist kein Designerpullover, der nach Belieben ausgezogen werden kann. Ein Tattoo-Motiv, das bei einem 20jährigen Skateboarder gut aussieht, kann eine ganz andere Wirkung haben, wenn der Träger eines Tages 70 Jahre alt ist – ein Umstand, dessen man sich bewußt sein sollte. Tattoomotive, die auf momentanen Modeströmungen beruhen, können daher besonders schnell deplaziert wirken. Also, generell Vorsicht vor Band-Logos, aktuellen Juxmotiven u.a. Namen von Partnern oder gar politische Bekenntnisse sollten besser gar nicht als Tattoomotive in Erwägung gezogen werden, da beides viel schneller wechseln kann, als man es sich in der euphorischen Stimmung, in der solch ein Tattoo-Plan gefaßt wird, vorstellen kann. Auch der Gruppenzwang innerhalb eines Freundes- oder Bekanntenkreises sollte niemals der einzige Anlaß sein, sich tätowieren zu lassen. Ebenso sollte man sich Zeit mit seinem ersten Tattoo lassen. Es mag sehr cool wirken, mit 16 schon ein erstes Tattoo zu haben, doch es sollte daran gedacht werden, daß der Körper erst sein Längenwachstum abgeschlossen haben sollte, denn sonst wird die Tätowierung durch das Körperwachstum verzerrt (…gilt auch für ein eventuelles späteres Wachstum „in die Breite“). Auch werden sich die Motivvorstellungen sicherlich noch verändern und es ist nicht jedermanns‘ Sache, später mit einem wilden Stilmix tätowiert zu sein. Nebenbei bemerkt hat man in jungen Jahren oft auch sehr enge finanzielle Grenzen für ein Tattoo zu berücksichtigen. Schade, wenn aus Geldmangel ein Motiv dann viel zu klein ausfällt und somit die optimale optische Wirkung nicht entfalten kann.

Welche Stelle ist die beste für das Tattoo?

Denke an die gewöhnungsbedürftige Tatsache, dass Dich Dein Tattoo für den Rest Deines Lebens begleiten wird. Es kann sein, daß Teile Deines Umfeldes (Beruf, Familie, etc.) derzeit nicht die wünschenswerte Toleranz gegenüber Tattoos haben.
Im täglichen Leben können nicht verdeckbare Tattoos dann u.U. zu einer Belastung werden. Auch ist zu bedenken, daß jemand in Berufsleben mit Kundenkontakt sich an das branchenübliche Erscheinungsbild zu halten hat, sofern er sich nicht arbeitsrechtlichen Konsequenzen aussetzen will. Sich als Bankangestellte(r) die Unterarme oder den Hals tätowieren zu lassen, ist auch heute noch gleichbedeutend mit einer Kündigung und auch für öffentliche Respektspersonen – wie z.B. Polizisten sind öffentlich sichtbare Tätowierungen tabu.
Und ein Leben lang entstellt auszusehen und am Rand der Gesellschaft stehen, nur weil man cool sein wollte mit seiner Gesichtstätowierung, ist schlichtweg bescheuert.
Tip: Frage den Tätowierer nach seiner Meinung. Er wird Dich bei der Auswahl der Stelle gerne beraten. Siehe auch Schmerzen.
Bedenkt bitte auch, daß Motiv, Größe der Tätowierung und Plazierung auf dem Körper harmonisch aufeinander abgestimmt sein sollten. Ein kleines, dünnes Armband um den muskulösen Oberarm eines Bodybuilders wirkt sicherlich nicht sonderlich harmonisch.
Ist das Tattoomotiv zu klein gewählt, dann ist der Detailreichtum eingeschränkt und oftmals ist das Motiv für den Betrachter kaum erkennbar, es wirkt dann wie ein dunkler, bunter Klecks oder wie ein „Fliegenschiß“.
Oftmals bedauert man schon kurze Zeit später, das Motiv zu klein gewählt zu haben und dann beginnt entweder ein wildes Sammeln von weiteren Motiven – mit der optischen Wirkung von „patchwork“ oder ein cover-up (eine Überdeckung) wird nötig.
Tip : ein Tattoo möglichst nicht kleiner wählen als die Größe des Handtellers oder der Handfläche.
Auch ein zu großes Tattoo an der falschen Stelle kann unharmonisch wirken, weil es optisch „erschlägt“. Tattoos und intensive Sonneneinstrahlung sind auch ein Problemfall.
Grundsätzlich gilt, daß ein Tattoo (genauer gesagt, die betroffene Hautpartie) unter starker Sonneneinstrahlung leiden wird. Wer seine Tattoos jahrelang intensiver Sonneneinstrahlung und Solarien aussetzt, wird hautbedingte Veränderungen des Tattoos feststellen. Feine Details werden vergehen, feine Schattierungen werden leiden etc.
Daher werden traditionelle Tätowierungen in Gegenden mit starker Sonnenexposition ihres Trägers vernünftigerweise als intensive, monochrome Tribals ausgeführt. Wer also sehr farbige und detaillierte Tätowierungen tragen möchte, sollte sie vor übermäßiger Sonnenexposition schützen.

Was für ein Motiv soll es denn sein?

Jedes Studio hat Tausende von Vorlagen. Der Tätowierer wird Dir sicher zur Seite stehen bei der Auswahl. Oder geh in die Bibliothek und schau Dir Bücher an. Auch die vielen auf dem Markt befindlichen Tattoo-Zeitschriften halten ein reichhaltiges Angebot bereit. Man kann fast alles stechen, jeder Tätowierer macht gerne etwas Außergewöhnliches und Individuelles. Ihr seit alle individuelle Persönlichkeiten… ob es da ein Ausdruck von Individualität ist, wenn exakt das gleiche Tattoomotiv auf Hunderten von Körpern zu sehen ist?
Viele Tätowierer sind auch gerne bereit, Dir bei dem Entwurf einer individuellen Vorlage zu helfen. Tip: Hör auf den Tätowierer, er weiss es meistens besser als Du, er hat Erfahrung!

Hygiene?

Lust auf Gelbsucht oder andere Infektionserkrankungen? Nein, sicher nicht! Keiner hat das!
Auch wenn die Gefahr gering ist, sich irgendwelche Entzündungen zu holen, ist Hygiene das Allerwichtigste beim Tätowieren. Also darf nur bei jedem Kunden mit frischen Nadeln und frisch sterilisiertem Griffstück der Tätowiermaschine gearbeitet werden. Die Farbe darf nur aus kleinen Töpfchen entnommen werden, die nach der Beendigung des Tätowiervorganges weggeworfen werden. Niemals darf diese Farbe wieder in die Flasche zurückgeschüttet werden.
Und das Tragen von Handschuhen sowie das Desinfizieren der betreffenden Hautpartie vor dem Tätowieren muß selbstverständlich sein. Ein seriöser Tätowierer hat Verständnis dafür, wenn Ihr Euch vorher nach den Hygienemaßnahmen erkundigt und wird Euch Eure Fragen beantworten.
Habt Ihr den Eindruck, dass diese Fragen lästig sind oder nicht ausreichend beantwortet werden, solltet Ihr umgehend das Studio verlassen und hier auf eine Tätowierung verzichten.
Habt aber bitte Verständnis, wenn der Tätowierer gerade keine Zeit hat oder im Streß ist. Auch er ist nur ein Mensch, dem manchmal seine Arbeit über den Kopf wächst.

Schmerzen?

Ja, es tut teilweise weh! Nur Möchtegernmachos und Schwätzer versuchen einem immer wieder zu erzählen, dass es überhaupt nicht wehtut.
Erstens ist jeder Mensch verschieden in seinem Schmerzempfinden, zweitens ist die Stelle ausschlaggebend für die Schmerzen. Empfindliche Stellen sind die Kniekehlen, Füsse, Hals, Innenarme, um die Brustwarzen, über dem Brustbein, erstaunlicherweise sogar kleine Stellen auf dem Po und generell überall da, wo die Haut dünner ist und dicht auf dem Knochen aufliegt.
Ihr werdet feststellen, dass Euer individuelles Schmerzempfinden auch einer Tagesform unterliegt. Das allererste Tattoo wird sicherlich schon vor Aufregung sensitiver empfunden als z.B. das 25igste Tattoo – hier spielt der Gewöhnungsfaktor eine Rolle.
Tip: Schlaft euch aus vor dem Tätowieren, trinkt keinen Alkohol vorher und nehmt keine Drogen. Genauso sollte man keine Medikamente vorher nehmen. Schmerzmittel, als Beispiel sei Aspirin genannt, sind da schlimm, sie verdünnen das Blut und man „blutet wie eine Sau“ beim Tätowieren. Versucht, Stress am Tag des Tätowiervorganges zu vermeiden.
Generell gilt, dass das Stechen der Umrißlinien stärker empfunden wird als das nachfolgende Schattieren und das Einbringen der Farben. Gleichzeitig wird während des Tätowiervorganges i.d.R. die zu tätowierende Hautfläche nach einigen Minuten unempfindlicher, weil der Körper sich auf den Tätowierprozeß einstellt. Dieser Effekt lässt nach 3-4 Stunden nach.
Nach der Tätowierung stellt sich dann ein gewisses Wärmegefühl wie nach einem leichten Sonnenbrand ein, das nach wenigen Stunden wieder verschwunden ist. Erst bei mehrstündigen Tätowiervorgängen tritt der Effekt auf, dass man vor lauter Stillhalten „steif“ wird, und dann kann es etwas lästig werden…
Die mentale Einstellung zu einer Tätowierung ist ebenfalls von großer Bedeutung auf das subjektive Schmerzempfinden.

Wie funtioniert eigentlich ein Tattoo?

Zuerst wird die Stelle der Hautrasiert und desinfiziert. Dann wird entweder mit einem Farbstift das zukünftige Motiv auf die Haut skizziert, oder es wird mit einer Schablone – dem sog. Stencil – das gewünschte Motiv auf die Haut gepaust.
Dannach wird die zu tätowierende Hautpartie i.d.Regel mit Vaseline bestrichen. Anschließend wird die laufende Tätowiermaschine mit der Spitze in das Farbtöpfchen eingetaucht und füllt sich mit Farbe. Jetzt wird mit der laufenden Tätowiermaschine auf der Außenline des zukünftigen Tattoos aufgesetzt und die Linien nachgezogen. Dabei sticht/stechen die Nadel(n) einige zehntel Millimeter tief in die Haut ein und hinterlässt die Farbpartikel der Tätowierfarbe in der Haut. Dabei hört Ihr das surrende Geräusch der Tätowiermaschine. Genauso werden anschließend die Farben des Tattoos tätowiert.(Alle Geschichten von mehreren Zentimeter tief einstechenden Nadeln oder von glühend heißen Tätowiernadeln die von einigen unqualifizierten Leuten erzählt werden, sind reine Schauermärchen, die absolut nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.)

Biotattoos, Temptoos und die ganzen falschen Versprechungen…

Wenn Du glaubst, es gäbe Tätowierungen, die nach 1-3 Jahren wieder weggehen, dann müssen wir Dich leider enttäuschen.
Es ist schon von der Biologie und dem Aufbau der Hautschichten her praktisch unmöglich – auch wenn mit schöner Regelmäßigkeit dieses Märchen der Biotattoos verbreitet wird, der Unwahrheitsgehalt bleibt aber immer der gleiche. Es geht wirklich nicht! Glaubt es uns!
Aber die sog. „Biotätowierer“ verdienen sehr viel Geld damit – daher immer wieder die Geschichten über angebliche Biotattoos.
Um ein guter Tätowierer zu werden braucht man handwerkliches und künstlerisches Talent, eine gründliche Ausbildung und viel Berufserfahrung. Ein Wochenendkurs für Kosmetiker in Sachen sog. „Biotattoos“ wird dies niemals ersetzen können – somit wird auch die handwerkliche und künstlerische Qualität mehr als dürftig sein.
Kein Tätowierer, der was auf sich hält, wird sog. Biotattoos anbieten.
Tip: Wenn Du ein Biotattoo angeboten bekommst, frage nach einer schriftlichen Garantie, dass dieses Tattoo nach der entsprechenden Zeit wieder verschwindet. Du wirst diese Garantie sicherlich nirgendwo bekommen. Warum wohl ???

Wirklich nur ein einziges Tattoo?

Wir kennen die Situation, dass jemand von Euch sagt: „Ich möchte nur ein einziges Tattoo und das reicht mir.“ In vielen Fällen bleibt es auch dabei.
Aber es gibt auch sehr, sehr viele Tattoofans, die nach ihrem ersten Tattoo noch Lust auf ein zweites Tattoo bekommen.
Der Wunsch nach Symetrie, weil z.B. der andere Arm nun so „nackt“ aussieht, oder auch ganz einfach, weil man an dieser wunderschönen Art des Körperschmuckes „Blut geleckt“ hat. Oft ist dann zu beobachten, dass das zweite Tattoo viel größer wird als das erste Tattoo (man weiß ja jetzt, das die Sache mit den Schmerzen nicht so schlimm ist); dann wirkt das erste Tattoo zu klein gegenüber dem zweiten Tattoo – also könnte man sich ja noch ein weiteres Stück zulegen usw.
Erinnert Ihr Euch an unsere Empfehlung, das Tattoo nicht zu klein zu wählen ? Ein augenzwinkerndes Wort sagt, wer erst einmal sein drittes Tattoo bekommen hat, der hört nie wieder auf (Anm.der Redaktion: Stimmt !… Anm. des Lektors: Nicht ganz, ich habe nur eines, wenn es fertig ist, wird es allerdings gut einen Meter lang sein ;o) ) üwrde ich rusnehmen, stimmt ja in deinem flal nicht.
Falls Ihr merkt, daß es Euch auch so gehen könntet, oder wenn Ihr sowieso vorhabt, Euch mehere Tätowierungen zuzulegen, so verwendet nach Möglichkeit etwas Zeit auf ein Gesamtkonzept für Eure Tätowierungen, damit Ihr später ein ästhetisches Gesamtkunstwerk „Tattoo“ tragen könnt.
Willkürliche Beispiele hierfür sind : Ein keltisches Armband am Oberarm bildet z.B. einen optischen Abschluß, dessen gelungene Erweiterung nicht einfach sein wird. Massive, monochrome Tribals sehen gut aus. Japanische Motive auch; ebenso keltisches Flechtwerk – aber alle Stilrichtungen auf einem einzigen Arm vertreten ? Dies ist natürlich Geschmackssache ob Ihr das mögt – es muß schließlich Euch gefallen.
Natürlich ist das Geschmackssache. Wichtig ist was Ihr mögt, denn es ist Euer Tattoo und soll Euch möglichst für immer gefallen. Wir wollten Euch hier nur einen Denkanstoß geben, bei Euren Tattooplänen im Auge zu behalten, wie Euer tätowierter Körper als Gesamtkunstwerk wirkt.

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